Tunnel unter Städtli und Bahn entlastet Uznach nachhaltig

Erwin Elsener überzeugt das bestehende Umfahrungsprojekt Uznach nicht Foto: zVg

Viele Leute sind mit dem Gross-Umfahrungsprojekt rund um Uznach nicht zufrieden. Denn zu viel Verkehr bleibt weiterhin im Städtli. Deshalb lanciert Erwin Elsener eine Kernumfahrung als alternative Projektidee: Mit einem Tunnel vom Rössliplatz bis zur
Grynaustrasse wird das Städtli komplett vom motorisierten Verkehr entlastet. Zudem fällt das Hindernis Bahnübergang weg.

Viele kritische Bürger sind nicht zufrieden mit der vom Kanton geplanten Gross- Umfahrung um Uznach. Sie ist mit ihren sechs Kilometern Länge für die bestehenden Verkehrsprobleme im Zentrum überdimensioniert. «Zudem wird das Städtli nicht autofrei und die Bahnbarriere verbleibt als Hindernis im Zentrum» verdeutlicht Erwin Elsener seine persönliche Unzufriedenheit. Das schlechte Projekt liess dem gebürtigen Uzner, der heute in Kaltbrunn wohnt und dort mit seinem Sohn einen Gewerbebetrieb im Gewässerschutz betreibt, deshalb keine Ruhe. Seine Überzeugung, dass es bessere Alternativen gibt, mündete in einer neuen eigenen Projektidee.

Verkehr wird durch Städtlitunnel geführt
Im Vordergrund steht eine Kernumfahrung, damit das Städtli autofrei werden kann. Es würde also komplett vom Auto- und Lastwagenverkehr entlastet. Sowohl der öffentliche Verkehr als auch der Fuss- und Veloverkehr kann jedoch weiterhin das Städtli passieren. Der motorisierte Verkehr wird dazu zwischen Rössliplatz und Grynaustrasse in einem Tunnel geführt. Kernelemente des Projekts sind drei Kreisel. Der erste Kreisel an der Grynaustrasse ist überirdisch und ermöglicht den Anschluss des Tunnels an die bestehenden Strassenverbindungen. Der Tunnel führt unter der Bahnlinie durch, was den Verkehr durch das Zentrum von Uznach verstetigen wird. Sowohl die Lärm- und Abgasbelastung im Städtli als auch Staus gehören damit der Vergangenheit an. Der zweite Kreisel kommt beim Ochsenplatz unterirdisch zu liegen. Mit dem unterirdischen Kreisel in der Stadt Frauenfeld gibt es ein erfolgreiches Vorbild. Der dritte Kreisel auf dem Rössliplatz ist das innovative Herzstück des Projekts. Er wird als Spiralkreisel auf zwei Niveaus geführt, auf denen er ähnlich einem Parkhaus Zu- und Ausfahrten ermöglicht. Überirdisch erfolgen die Anschlüsse von Städtli (öffentlichen Verkehr) sowie von Rickenstrasse, Obergasse und Gasterstrasse. Unterirdisch wird der Anschluss an den Städtlitunnel Richtung Ochsenplatz und Grynaustrasse gewährleistet. Zum Projekt liegen erste Pläne, ein 3D-Modell sowie ein Film zur Illustration der Verkehrsführung vor.

Projekt ist viel billiger und nachhaltiger
Der Tunnel plus die drei Kreisel ist rund 600 Meter lang und würde nur sehr wenig Land benötigen, da die Linienführung vornehmlich unterirdisch ist. Damit wäre die Realisation höchstens halb so teuer (Schätzung: 180 Mio. Franken) wie das jetzige Gross-Umfahrungsprojekt, dessen Kosten auf 357 Mio. Franken geschätzt werden. Damit der Städtlitunnel die Bahn unterführen kann, müsste der Steinenbach verlegt werden, damit genügend Raum zur Verfügung steht. Da die heutige Linienführung nicht seinem ursprünglichen Lauf entspricht und durch die Führung entlang des Gewerbegebiets Burgerriet, eine optimale Abgrenzung zwischen Gewerbe- und Naturschutzzone möglich wäre, ergäbe dies einen zusätzlichen Gewinn inklusive Steigerung der Qualität des
Naturschutzgebiets Kaltbrunner Riet. Als zweiter Nebeneffekt müsste das sanierungsbedürftige Pumpwerk Escherwies verschoben und ausserhalb der Siedlung, wo der Steinenbach wieder in den bestehenden Flusslauf mündet, neu erstellt werden.

Wie geht es weiter mit dieser Idee?
Aktuell steckt in dieser Projektidee viel persönliches Engagement. Erwin Elsener fordert nun vom Kanton, dass er diese Idee aufnimmt, weil sie eine realistische Alternative zur geplanten Gross- Umfahrung darstellt. Sie entlastet das Städtli vom Durchgangsverkehr, behebt die Stauprobleme, schafft mehr Sicherheit für Fuss- und Veloverkehr, beseitigt das Hindernis Bahnbarriere, steigert die Hochwassersicherheit des Bahnhofgebiets und angrenzender Quartiere und braucht nur sehr wenig Land für die Realisierung. Bereits im Vorfeld hat er sein Projekt dem verantwortlichen Projektleiter vom Tiefbauamt des Kantons, Vertretern der Region Zürichsee Linth und vom Gemeinderat Uznach vorgestellt.
Aus seiner Sicht braucht es nun die Bereitschaft, in Alternativen zu denken und sieht seine Idee als Anregung dafür. (ON)

 

 

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