Nächstes Jahr kann die Modellfluggruppe Rapperswil-Jona das 50-jährige Bestehen feiern. Mit einem neuen Flugfeld in Wagen bei der A53 beschenkt sie sich im Voraus.
Gross ist die Freude beim Präsidenten der Modellfluggruppe Rapperswil-Jona, Martin Lüthi, bei der Begrüssung zur Eröffnung der neuen Basis der Modellfluggruppe. Das frühere Flugfeld im Industriegebiet Buech fiel der stetigen Erweiterung der Industrieanlagen zum Opfer. Zwischenzeitlich konnten sie einen Ersatzflugplatz in der Allmeind zwischen Wagen und Eschenbach einrichten. Doch die Suche nach einem neuen Standort gestaltete sich beschwerlich.
Drittes Projekt mit Erfolg
Zwei Projekte scheiterten – «Abstürze gehören im Modellflug dazu» – wie Martin Lüthi schmunzelnd vermerkt. Plötzlich hatte der Kanton St. Gallen ein Angebot: «Ennet A53». Dort besitzt der Kanton Land entlang der A53, welches an Landwirt Martin Helbling verpachtet wurde. Zirka 1900 Qaudratmeter konnte nun die Modellfluggruppe beim Kanton vorerst für zehn Jahre mit Möglichkeit der Verlängerung mieten. Im Februar 2021 erteilte die Stadt Rapperswil-Jona die Baubewilligung, Einsprachen konnten gütlich erledigt werden. Im Januar 2024 starteten die Bauarbeiten unter grossem Einsatz der Mitglieder und Helfer. Ein langer, steiniger Weg von fast zehn Jahren fand nun mit der Einweihung am vergangenen Wochenende sein Ziel. Emil Giezendanner, Präsident Modellflug NOS, betreute das Projekt mit den offiziellen Stellen und meinte, es sei das erste Mal gewesen, dass ein Kanton von sich aus auf ihn zugekommen sei.
Komplexes Thema Modellflug
Für Modellflug brauche es Handwerk, technisches Verständnis, Geduld und Zuverlässigkeit, so Martin Lüthi in seinen Ausführungen. In der Modellfluggruppe RJ kommen platzbedingt eher kleinere Modelle zum Einsatz. Doch mit Thomas Wäckerlin weiss man einen international ausgezeichneten Segelflugmeister und Wettkampfpiloten in den eigenen Reihen. Für die Eröffnung musste er leider passen. Eine Tradition im Verein hat der Flug auf dem Wasser mit diversen Wasserflugzeugmodellen. Heute sind die meisten Modelle des Vereins mit Elektroantrieb in der Luft aber auch Jets und Modelle mit klassischen Verbrennermotoren. Der Bau von Modellflugzeugen ist aufwendig und braucht neben dem Fachwissen auch handwerkliches Geschick. Und in der Luft dann die Fähigkeit eines Piloten, der nicht im Cockpit sitzt, sondern vom Boden aus steuert – auf dem neuen Flugfeld.
Sven Gasser






