Die Stadt saniert in einer zweiten Etappe die Bühlerallee. Nun ist die Giessi dran.
Wer kennt sie nicht, die einst stämmige Kastanie mit dem eisernen Bänkchen rundherum? Vor ein paar Jahren war sie Ziel eines Blitzes, der tiefe Wunden hinterlassen hat. Nun steht die Sanierung der Mauer beim Stadtbach an. Zu viel für die alte Dame – sie wird gefällt – und damit viele Erinnerungen.
Treffpunkt der Seebuben…
Als bis in die 1980er-Jahre der Stadtbach noch sprudelte, trafen sich die Seebuben und auch ein paar -mädchen regelmässig zum Fischen in der Giessi. Da gab es Regeln: Man begann beim Stadtbachtor und liess den Zapfen treiben – wer vorne bei der Kastanie rauszog, stellte sich wieder hinten an. Meist funktionierte es ohne Durcheinander der einzelnen Silche und sonst gabs halt ein «Gnusch». Die Kastanie mit dem Bänkchen war optimal beim Warten, bis sich an der Grundrute etwas tat. Doch die Fischer verfluchten den Baum auch regelmässig. Wenn beim Auswerfen der Silch über einen tief hängenden Ast geriet, wars nicht selten ein Totalverlust. Die Äste jedenfalls waren voll mit Zapfen und Löffeli.
Die Sonnenuntergänge liessen sich auf dem Bänkchen rund um die Kastanie besonders romantisch geniessen. Das Plätschern des Stadtbachs und die goldene Spiegelung in der Kempratner Bucht. Wie viele Pärchen haben sich dort wohl zum ersten Mal geküsst? Nun kommt die Kastanie weg und hoffentlich etwas Neues hin.
Sven Gasser






