Die Olympischen Spiele im nächsten Winter sind (wohl) sein letztes grosses Ziel. Doch jetzt kommt Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann (wird diesen Monat 44) ins Zittern.
Olympia 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo wären die achten (!) Winterspiele in Serie für den ehemaligen Skisprung-Überflieger aus dem Toggenburg. Je zweimal Gold holte «Simi» 2002 an den Olympischen Spielen in Salt Lake City (USA) und 2010 in Vancouver (CAN). Er ist Weltmeister auf der Grossschanze, zudem Vize-Weltmeister auf der Normalschanze, flog zu 23 Weltcupsiegen, hat 80 Weltcup-Podeste im Einzelspringen und im Skifliegen, dazu 33 Medaillen an Schweizer Meisterschaften.
Doch jetzt droht Simi Ungemach: Denn das Internationale Olympische Komitee (IOC) strich im Skispringen den Männern Startplätze, um mehr Frauen unterzubringen. Den Schweizer Männern stehen neu nur noch drei Startplätze zu. Den bisherigen Team-Wettkampf mit vier Springern gibt’s nicht mehr, nun ist neben den beiden Einzelspringen der Super-Team-Event mit zwei Athleten pro Team im Programm.
Ammann zum «SonntagsBlick»: «Das ist eine ganz schlechte Entwicklung.» Er meint die Abschaffung des klassischen Vierer-Formats.
Aber auch die Startplatz-Reduktion bringt Ammann möglicherweise in die Bredouille. Er müsste wieder unter die besten drei Springer der Schweiz kommen. Doch im vergangenen Winter war das oft nicht der Fall, Ammann bekam zwischenzeitlich auch kein Aufgebot für den Weltcup.
Ammann im «SonntagsBlick»: «Die Quali wird keine Selbstverständlichkeit. Der Kampf wird viel härter. Andererseits muss man sowieso ein gewisses Level erreichen, um dabei zu sein. Daran arbeite ich jetzt. Ich fühle mich jetzt im Sommertraining deutlich besser als vor einem Jahr.»
1998, Ammann war noch keine 17 Jahre alt, qualifizierte sich der Wildhauser erstmals für Olympia: Im japanischen Nagano belegte er im Team-Wettbewerb mit Silvain Freiholz, Marco Steinauer und Bruno Reuteler den 6. Rang. Von der Normalschanze sprang er auf Platz 35, von der Grossschanze auf Rang 39. Vier Jahre später staunte die Sportwelt erstmals über den Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City.
Max Kern






